Umsetzung in Dolby Atmos und Auro3D

Die 8 Kanäle des ORTF-3D sind:

L, R, LS, RS (untere Ebene) und Lh, Rh, LSh, RSh (obere Ebene)

Sie werden diskret auf 8 Wiedergabe-Kanäle geroutet, ohne jegliche Matrizierung.

Der Center-Kanal bleibt frei! Ein Centerkanal ist bei Atmoaufnahme selten gewünscht, da er auch die Energiebalance zwischen vorne/hinten verzerrt. Außerdem würde ein Center-Mikrofon die Größe des Setups mehr als verdoppeln, da zur nötigen Signaltrennung nun wesentlich größere Abstände erforderlich sind. Falls aus anderen Gründen ein Centersignal erforderlich ist (z.B. Überdeckung des Ausschaltens des Reportermikrofons), ist ein einfacher Downmix von L/R bei kleinem Pegel ausreichend.

Bei Auro3D werden einfach die Lautsprecherkanäle L, R, LS, RS, HL, HR, HLS, HRS beschickt.

Bei Dolby ist die Einbindung in eine Atmos Produktionsumgebung ebenfalls einfach: L/R/Ls/Rs werden einfach auf die entsprechenden Kanäle in der Surround-Ebene gelegt (das sogenannte "Atmos-Bed"). Die 4 Höhenkanäle hingegen werden als vier "statische" Objekte in die oberen Ecken des kartesischen Raumes im Atmos Panner-Tool gelegt. Diese werden dann bei der Wiedergabe auf die entsprechenden vorderen bzw. hinteren Lautsprecher gerendert. Der folgende Screenshot aus ProTools mit den vier Atmos-Pannern sowie der Monitoring Applikation erläutert dies:

DOLBY-AtmosRoutingORTF3D

Bild: Routing der 8 Kanäle des ORTF-3D in Dolby Atmos (ProTools-Plugin)
  • 3D-Audio

    Die neuen Wiedergabeverfahren, die mit dem Begriff "3D-Audio" zusammengefasst werden, realisieren eine Tonwiedergabe aus allen Raumrichtungen. Dies gilt für die stereofonen Verfahren Dolby Atmos und Auro3D genauso wie für binaurale und VR-Verfahren ("VR"=Virtual Reality) und die Systeme der Schallfeldsynthese, also Ambisonics und Wellenfeldsynthese. 3D-Audio kann gegenüber 5.1 die räumliche Wahrnehmung deutlich verbessern, denn nicht nur können nun elevierte Quellen wiedergegeben werden, sondern auch bei den Attributen Umhüllung, Natürlichkeit und Klangfarbe können merkbare Verbesserungen erzielt werden. Auch die Hörzone kann größer werden, man kann sich freier im Wiedergaberaum bewegen, ohne dass das Klangbild in einen Lautsprecher kollabiert.
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